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Was passiert im Auge beim Glaukom? Drucken E-Mail
Noch ist nicht bis in letzte Einzelheiten erforscht, warum manche Menschen an einem Glaukom erkranken und andere nicht. Beim Glaukom gehen die Nervenfasern in Sehnerv und Netzhaut zugrunde. Diese Fasern haben die Aufgabe, die von den Rezeptorzellen der Netzhaut aufgenommenen Seheindrücke zu bündeln und über den Sehnerv zum Sehzentrum im Gehirn weiterzuleiten.

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Abb. 2: Kammerwasser-Kreislauf

Der Glaskörper befindet sich hinter der Linse. Er besteht aus einer gelartigen, elastischen Masse, die die Netzhaut schützt und den Augapfel stabil hält. Vor der Linse strömt das dünnflüssige Kammerwasser. Es liefert die Nährstoffe für Hornhaut und Linse. Wie bei einem See besteht im gesunden Auge ein Gleichgewicht zwischen Zufluss und Abfluss des Kammerwassers. Dadurch bleibt der Druck im Augeninneren konstant. Beim Glaukom ist oft - aber nicht immer - der Abfluss behindert, und als Folge steigt häufig der Augeninnendruck an.

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Abb. 3: Druck auf den Sehnerv

Mit der Zeit kann der erhöhte Augeninnendruck den Sehnerv schädigen und dadurch das Gesichtsfeld beeinträchtigen. Wird der erhöhte Augeninnendruck nicht behandelt, kann dies letztlich sogar bis zur Erblindung führen. Es gibt mehrere Faktoren, die zum Untergang dieser Zellen führen. Die beiden wichtigsten sind ein erhöhter Augeninnendruck und eine unzureichende Blutversorgung dieser empfindlichen Zellen. Lange Jahre galt ein erhöhter, also jenseits der Grenze von 22 mmHg liegender Augeninnendruck als Synonym für das Glaukom. Heute wissen wir, dass die Wahrscheinlichkeit eines Sehnervenschadens zwar umso größer wird, je mehr diese Grenze überschritten wird. Ein Patient mit einem Augeninnendruck von 35 mmHg wird mit mehr als fünffach erhöhter Wahrscheinlichkeit an Glaukom erkranken als ein Mensch mit 23 oder 24 mmHg.
Doch eine Entscheidung darüber, ob jemand an einem Glaukom erkrankt ist oder nicht, ist aufgrund der Messung des Augeninnendrucks allein nicht zu treffen.

Wenn nur der Augendruck als Glaukomscreening gemessen wird, wird die Hälfte aller Glaukome übersehen!


Entscheidend ist die Beurteilung des Sehnervs durch den Augenarzt. Wenn eine Schädigung dieser wichtigen Struktur vorliegt, erkennt der Augenarzt bei der Augenhintergrunduntersuchung mit dem Mikroskop und Speziallupen eine Eindellung des Sehnervs als Ausdruck des Verlustes an Nervenfasern. Die dritte Komponente in der klassischen Glaukomdiagnostik ist neben der Augeninnendruckmessung und dem Sehnerv-Check die Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie).

 
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Abb. 4: Gesichtsfeldschäden
1 Normales Gesichtsfeld
2 Deutlicher Gesichtsfeldschaden
3 Fortgeschrittener Gesichtsfeldschaden

Ein irreparabler Sehnervenschaden kann bei einem Augeninnendruck auftreten, dessen Wert zwar innerhalb der statistischen Norm liegt, der aber für eben diesen Sehnerv zu hoch ist. Ein Drittel aller Offenwinkelglaukome sind sogenannte Normaldruckglaukome. Daher ist die augenärztliche Untersuchung des Sehnervs entscheidend für die Früherkennung und die Verlaufskontrolle des Glaukoms.
Hierbei kann man jenen für das Glaukom so typischen Schädigungen auf die Spur kommen: den zunächst noch kleinen Ausfällen im Gesichtsfeld, die außerhalb des Zentrums liegen und deshalb vom Betroffenen gar nicht bemerkt werden oder erst später, wenn bereits große Segmente der Gesichtsfeldwahrnehmung verloren gegangen sind. Nicht vergessen werden darf jedoch: Der Schaden an der Papille tritt meist viele Jahre vor den ersten perimetrisch nachweisbaren Gesichtsfeldausfällen ein. Die Untersuchung der Papille (Sehnerv-Check) ist somit für die Früherkennung entscheidender als die Bestimmung des Gesichtsfeldes.
Eine Reihe innovativer diagnostischer Methoden erlauben darüber hinaus eine genaue Analyse des Sehnervenkopfes und der möglicherweise bestehenden glaukomatösen Schädigungen. So wird z.B. bei der Laser-Scanning-Tomografie mit dem Heidelberg Retina Tomografen (HRT) ein dreidimensionales Bild der Papille erstellt und von einem Computer ausgewertet. Diese Analyse gibt wesentlich genauer Aufschluss über das Ausmaß eines Glaukomschadens, als es noch bis vor Kurzem mit der Untersuchung des Augenhintergrundes allein möglich war. Auch diese Untersuchung dauert nur wenige Minuten und ist - wie die gesamte Glaukom-Vorsorge - absolut schmerzfrei.

 

Quelle:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA), Postfach 30 01 55, 40401 Düsseldorf, www.augeninfo.de
Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG)_Mathildenstraße 8, 80336 München

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Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 4. Februar 2009 )
 
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