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Wodurch entsteht ein trockenes Auge? Drucken E-Mail

Aus dem bisher Besprochenen wird leicht verständlich, dass es nicht nur eine Ursache für ein trockenes Auge gibt und man ebensowenig nur von einer Art von trockenem Auge sprechen kann. Jeder einzelne Bestandteil des Tränenfilms kann ebenso zum Ausgangspunkt einer Benetzungsstörung werden wie das gesamte Verteilungs- und Abflusssystem. Da sich die Erkrankung im typischen Fall durch ein Sandkorngefühl oder ein Gefühl der Trockenheit bemerkbar macht, hat sich der Begriff trockenes Auge seit vielen Jahrzehnten weltweit für alle Benetzungsstörungen eingebürgert, obwohl dieser Begriff im engeren Sinne des Wortes nur für die Minderproduktion von Tränenwasser aus der Tränendrüse stehen dürfte.
Die Kenntnis von den vielen verschiedenen Ursachen für ein trockenes Auge liegt im Aufgabenbereich Ihres Augenarztes. Um ihm und damit vor allem sich selbst zu helfen, sollten Sie sich genau Gedanken machen über die Art Ihrer Beschwerden, das tages- und jahreszeitliche Auftreten, über Ihren Tagesablauf (Beruf/Freizeit) und über frühere oder heute aktuelle Erkrankungen der Augen oder auch des Körpers einschließlich der Psyche.
Hier liegt oft ein Schlüssel zur richtigen Diagnose:
So können früher aufgetretene Hagel- oder Gerstenkörner auf eine Erkrankung der Fettdrüsen im Bereich der Lider hinweisen. Ein Kontakt mit Dämpfen oder auch Zigarettenrauch können ebenfalls im Zusammenhang mit Benetzungsstörungen bedeutsam sein. Schließlich können verschiedene Medikamente, die Sie wegen anderer Erkrankungen einnehmen oder die Sie als Augentropfen längere Zeit angewendet haben, ursächlich mit dem trockenen Auge in Zusammenhang stehen. Besonders schwerwiegende Störungen verursachen bestimmte freiverkäufliche Augentropfen, die gegen das rote Auge angeboten werden. Diese "Weißmacher" schaffen aufgrund ihrer gefäßverengenden und abschwellenden Wirkung zunächst Linderung, können aber das nicht erkannte ursächliche Leiden verstärken, da einerseits nach kurzer Zeit die Wirkung auf die Blutgefäße durch eine Gewöhnung an das Medikament nachlässt und andererseits die Mittel Zusätze enthalten können, die eine Austrocknung der Hornhaut sogar verstärken. Der Patient nimmt dann in der Regel diese Tropfen zunehmend häufiger und über einen immer längeren Zeitraum und kann so seine Augen ernsthaft schädigen.
Warum die Anzahl der Patienten, die unter einem trockenen Auge leiden, in den letzten Jahren erheblich zugenommen hat, ist bislang nicht eindeutig geklärt. Mögliche Ursachen können in der wachsenden Umweltbelastung sowie in der Klimatisierung unserer Wohnungen, Arbeitsplätze und Autos liegen. In letzter Zeit mehren sich Berichte, dass bei gesteigerter Lesetätigkeit und bei der Arbeit an Bildschirmgeräten das trockene Auge beobachtet wird, insbesondere dann, wenn der Arbeitsplatz nicht optimal eingerichtet ist. Auch wenn derartige Tätigkeiten nicht als Ursache infrage kommen, so stellen sie zumindest einen Faktor dar, der die Beschwerden des trockenen Auges eher verstärkt als zum Beispiel die Arbeit auf dem freien Feld.
Darüber hinaus kann der breite Einsatz von Psychopharmaka, Schlafmitteln und auch der Beta-Blocker zur Behandlung des Bluthochdrucks oder auch des grünen Stars zu Tränenfilmstörungen führen. Das Gleiche gilt für Antibabypillen.

 

Quelle: Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG), Berliner Straße 14, 69120 Heidelberg / Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA), Postfach 11 01 44, 40501 Düsseldorf 

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 4. Februar 2009 )
 
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Montag, 20. November 2017
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