Lasik
Wie ist der Tränenfilm aufgebaut? Drucken E-Mail

Die Augenoberfläche ist Wasser abweisend. Darum wäre - wie bei der gewachsten Autohaube - selbst bei genügender Flüssigkeitsmenge keine Benetzung möglich, wenn die Tränen nur aus Wasser bestünden. Eine Austrocknung wäre die Folge. Dies verhindert der Schleim, der in speziellen Drüsenzellen gebildet wird und sich als sehr dünne Schicht an die Augenoberfläche fest anlagert. Diese Schleimschicht besitzt stark Wasser anziehende Eigenschaften und ermöglicht jetzt erst die Benetzung der Augenoberfläche.
Der Hauptanteil des Tränenfilms zur Befeuchtung, Ernährung und zum Schutz der Hornhaut besteht aus Wasser mit darin enthaltenen Nähr- und Abwehrstoffen sowie Sauerstoff. Die Flüssigkeit wird von der Tränendrüse, die in der jeweils äußeren oberen Ecke der Augenhöhle liegt, sowie von kleinen zusätzlichen Drüsen, die über die Bindehaut verteilt sind, gebildet. Die Ruheproduktion beträgt pro Tag etwa 1,5 bis 2 ml, kann allerdings bei Reizung (z.B. Fremdkörper oder Weinen) um mehr als das 100-Fache gesteigert werden.
Auf seiner Oberfläche wird der Tränenfilm schließlich von einer dünnen Fettschicht zur Luft hin abgegrenzt, die verhindert, dass die Tränenflüssigkeit bei geöffnetem Auge zu rasch verdunstet. Diese Fettschicht besteht aus einer komplizierten Mischung verschiedener Fettbausteine. Sie ist bei Körpertemperatur flüssig und wird aus Drüsen, die in zahlreichen Schläuchen in Ober- und Unterlid liegen, gebildet. Diese Drüsen geben bei jedem Lidschlag ihr fettiges Sekret über kleine Öffnungen entlang der Lidkanten direkt auf den Tränenfilm ab.
Der gesamte dreischichtige Tränenfilm wird etwa alle 5 bis 10 Sekunden durch den Lidschlag gleichmäßig über der Augenoberfläche ausgespannt, wobei etwa 16% der Tränenmenge pro Minute ausgetauscht, das heißt abtransportiert und aus den jeweiligen Quellen ersetzt werden. Bei jedem Lidschlag wird nun durch fein abgestimmte Muskelbewegungen der Flüssigkeitsstrom von außen nach innen zum Nasenwinkel getrieben. Der Abtransport erfolgt dann über die zwei im Nasenwinkel des Ober- und Unterlides gelegenen Tränenpünktchen, die die Flüssigkeit über ein Gangsystem in die Nase ableiten. Von dort fließen die Tränen schließlich in den Rachen und werden verschluckt. Bewusst wird dem Patienten dieser Abflussweg, wenn er kurz nach dem Einträufeln von Augentropfen einen fremden, unangenehmen Geschmack bemerkt. Derartige Empfindungen sollten keinenfalls beunruhigen, vielmehr weist dies auf ein durchgängiges ableitendes Tränensystem hin.

 

Quelle: Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG), Berliner Straße 14, 69120 Heidelberg / Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA), Postfach 11 01 44, 40501 Düsseldorf 

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 4. Februar 2009 )
 
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Dienstag, 19. September 2017
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