Lasik
Was ist eigentlich ein trockenes Auge? Drucken E-Mail

Unter einem trockenen Auge versteht man eine Benetzungsstörung der Augenoberfläche, bestehend aus Bindehaut und durchsichtiger Hornhaut. Die Augenoberfläche, die keinen Schutz gegen Flüssigkeitsverlust und Austrocknung besitzt, wird vom Tränenfilm stets vollständig überspült. Bei Benetzungsstörungen reißt der Tränenfilm vorzeitig auf, sodass die oberflächlichen Zellschichten austrocknen und Schaden nehmen können. Würde der Austrocknungsprozess unbemerkt fortschreiten, so entwickelte sich über die Zeit eine zunehmende Hornhauttrübung, was zu einer Sehminderung, im schlimmsten Fall sogar zur Erblindung führte.
Die Augenoberfläche ist mit einem dichten Netz von schmerzempfindlichen Sensoren ausgestattet, die bei einem ersten Aufriss des Tränenfilms sofort Alarm geben und uns zwingen, den kompletten Tränenfilm durch einen Lidschlag neu auszubreiten. Dieser Reflexbogen kann jederzeit leicht überprüft werden, indem wir uns zwingen, die Augen bewusst - ohne zu blinzeln - offen zu halten. Bereits nach wenigen Sekunden empfinden wir ein stetig steigendes Unbehagen, das schließlich in einen scharfen, oberflächlichen Schmerz übergeht, sodass wir zwanghaft die Augen schließen müssen.
Das trockene Auge entsteht in der Regel allmählich über einen langen Zeitraum. Die Benetzung wird unregelmäßig, der Tränenfilm reißt immer früher auf. So werden die schmerzempfindlichen Sensoren ständig gereizt. Einerseits versucht der Körper, die Störung auf verschiedenen Wegen, z.B. durch eine gesteigerte Lidschlagfolge oder Einschießen von Tränenflüssigkeit auszugleichen. Andererseits kann die Schmerzempfindung abstumpfen, ohne dass dabei die Störung völlig vergessen wird. Diese über lange Zeit laufende, individuell unterschiedlich ausgeprägte Gewöhnung erklärt, dass die vom Patienten wahrgenommenen Beschwerden sehr verschieden erscheinen können und nur in wenigen Fällen typisch in die Richtung trockenes Auge weisen. Darüber hinaus können unterschiedliche Ursachen von Störungen, die den Tränenfilm aus dem Gleichgewicht bringen, zu unterschiedlichen Beschwerden führen, was die richtige Diagnose erschwert.

 

Quelle: Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG), Berliner Straße 14, 69120 Heidelberg / Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA), Postfach 11 01 44, 40501 Düsseldorf 

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 4. Februar 2009 )
 
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